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Freedom Formulations STIM JUNKY 2.0 im Test

Review: STIM JUNKY 2.0 von Freedom Formulations – wirklich „so hardcore“?

„STIM JUNKY“ – das ist nicht nur ein Name, sondern auch eine Botschaft. „Wer diesen Booster kauft, muss ein wahrer Stim-Junkie sein, also ein eingefleischter Fan von Stimulanzien mit psychotroper Wirkung!“ Unmissverständlicher ist wohl noch nie eine Zielgruppe mit einem Produktnamen angesprochen worden. Die Frage ist: Stimmt die Message? Ist STIM JUNKY wirklich ein Booster für Hardcore-Booster-Junkies – oder handelt es sich hier um irreführendes Marketing? Wir haben STIM JUNKY getestet. Das Ergebnis war ein Stück weit überraschend.

Der Blick auf die anderen Produkte des Hersteller weckt jedenfalls hohe Erwartungen, denn im FreedomFormulations Portfolio finden sich neben Preworkout-Boostern und diversen Fatburnern vor allem SARMs (Selective Androgen Receptor Modulators), die klar in die Kategorie Dopingmittel fallen. Mit dem Stim-Booster „Rowdy“ hat FreedomFormulations sogar einen SARM-haltigen Booster im Programm. Der Hersteller selbst bezeichnet sich auf seiner Website als „Most Advanced SARMs Company in the Industry“. Für den STIM JUNKY ist das aber irrelevant, denn dieser Booster enthält keine Androgenrezeptor-Modulatoren. Was er stattdessen enthält, sind u. a. die Inhaltsstoffe DMHA 2-Aminoisoheptane und DMAA 1,3-Dimethylamylamine- und primär um diese geht es bei echten Stim-Booster-Junkies ja.

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Freedom Formulations – STIM JUNKY 2.0

Das ist enthalten: Inhaltsstoffe und Dosierungen

Menge pro Protion
L-Citrulline6000 mg
Beta Alanine3000 mg
Taurine1000 mg
Agmatine1000 mg
DMAE500 mg
Caffeine350 mg
L Theanine350 mg
DMHA200 mg
DMAA100 mg
Bioperine*10 mg

Inhaltsstoffe: STIM JUNKY hat, was ein Hardcore-Booster braucht

Insgesamt 10 Inhaltsstoffe sind auf der Verpackungsrückseite aufgeführt – einzeln und mit Mengenangaben, wie es sich gehört. Dass der Hersteller nicht versucht, die enthaltenen Mengen mit vagen Sammelbezeichnungen („1.200 mg stim matrix“ o. Ä.) zu verschleiern, ist ein Pluspunkt in Sachen Transparenz und spricht vorab für die Wirksamkeit des Produkts. Die Portionsgröße ist auf 14,5 g bestimmt, was recht üppig ist. 30 Portionen sind in einer Dose enthalten.

Die Inhaltsstoffe lassen sich grob in 4 Gruppen einteilen: 1. Pumpverstärker, 2. Performance-Enhancer, 3. Stimulanzien und 4. Substanzen, die die Wirksamkeit oder Absorption der übrigen Inhaltsstoffe verbessern.

Zur ersten Gruppe zählen L-Citrullin (6.000 mg) und Agmatin (1.000 mg). L-Citrullin ist eine nichtessenzielle Aminosäure. Die Zufuhr größerer Mengen (>3 Gramm) erhöht den körpereigenen Argininspiegel und damit auch die Stickoxidproduktion. Aufgrund der damit einhergehenden besseren Durchblutung tritt das unter der Haut liegende Venennetz vorübergehend etwas deutlicher hervor – ein Effekt, den insbesondere Bodybuildern zu schätzen wissen. Zudem verbessern sich durch Citrullin die Nährstoffversorgung der Muskeln und der Laktatabtransport. 6.000 mg L-Citrullin sind eine beträchtliche Menge; reine Pump-Booster liefern in der Regel auch nicht mehr. Agmatin ist ein Stoffwechselnebenprodukt der Aminosäure Arginin, das ebenfalls die Stickoxidsynthese fördert und den Blutfluss in der Muskulatur damit noch weiter verstärkt. 1.000 mg sind eine gängige – und wirksame – Dosierung.

Zur zweiten Inhaltsstoffgruppe zählen Beta Alanin (3.000 mg), Taurin (1.000 mg) und Coffein (350 mg). Beta Alanin ist wie L-Citrullin eine nichtessenzielle Aminosäure. Sie wird im Körper mithilfe von Histidin zu Carnosin umgewandelt und bewirkt dann eine Verzögerung der Muskelermüdung. Allerdings hat Beta Alanin diesen Effekt nur bei täglicher Zufuhr, insofern ist das Hinzufügen von Beta Alanin zur Rezeptur eines Boosters nur bedingt sinnvoll. Üblicherweise enthalten Booster, denen Beta Alanin dennoch zugesetzt ist, pro Portion 3.200 mg. Taurin fördert u. a. die Reizübertragung im Gehirn und im Nervensystem, ist an der Fettverbrennung beteiligt und reguliert den Flüssigkeitshaushalt der Zellen. Die gängige Dosierungsempfehlung liegt zwischen 500 und 2.000 mg. Coffein muss man nicht großartig erklären – die Wirkung ist jedem Kaffeetrinker bekannt. Coffein macht aber nicht nur wach, sondern erweitert zum Beispiel auch die Bronchien, was eine höhere Sauerstoffaufnahme ermöglicht. Nicht von ungefähr stand Coffein bis 2004 auf der WADA[1]Liste der verbotenen Substanzen. Die Portionsmenge von 350 g kann sich durchaus sehen lassen; sie entspricht rund dreieinhalb Tassen Kaffee.

Zur dritten und interessantesten Gruppe zählen DMAE (500 mg), DMHA (200 mg) und DMAA (100 mg). Den Wirkstoff DMAE (Dimethylaminoehtanol) kennt man aus diversen Brain-Boostern, denn er steigert die Konzentration des Neurotransmitters Acetylcholin im Gehirn. Das bewirkt eine verbesserte Impulsübertragung. DMAE fördert entsprechend die Lernfähigkeit und wirkt zudem stimmungsaufhellend. Wirksame Dosen beginnen bei 300 mg, gute Brain-Booster liefern aber bis zu 2.000 mg. DMHA (1,5-Dimethylhexylamin) bewirkt die Ausschüttung von Noradrenalin und von Dopamin. Daraus resultieren ein vermindertes Schmerzempfinden, hohe Leistungsbereitschaft und eine leicht euphorische Stimmung. 200 mg sind eine recht hohe Dosis, viele andere DMHA-haltigen Booster liefern nur 150 mg. DMAA (1,3-Dimethylamylamin) wirkt ähnlich wie DMHA, ist in der Wirkung aber noch stärker. 100 mg sind deshalb ebenfalls als hohe Dosierung anzusehen.

L-Theanin (350 mg) schließlich ist ein Coffein-Synergist, der die Wirkungen von Coffein verbessert bzw. verlängert, und Bioperine (10 mg) ist ein allgemeiner Absorptionsbeschleuniger.

Inhaltsstoffe-Fazit: Fast jede Zutat ergibt Sinn, und die Dosierungen erfüllen die durch den Produktnamen geweckten Erwartungen. Insbesondere die Stimulanzien liegen pro Portion in recht hohen Dosierungen vor

Packungsdesign: vielversprechend

Die Gestaltung der Dose in Schwarz und Grün mit dem knalligen Schriftzug „Junky“ macht schon etwas her. Die aufgedruckten Werbeversprechen wie „Extreme Energy/Endurance“ und „Extreme Vascularity“ wirken zwar
marktschreierisch, sind angesichts der recht hohen Coffein- und L-Citrullin-Dosierung aber nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Geschmack und Löslichkeit: nichts für Feinschmecker

Der Booster ist in zwei Geschmacksrichtungen erhältlich – „Fruit Punch“ und „Strawberry Watermelon“. Wir haben nur „Fruit Punch“ probiert. Ein Messlöffel (1 Scoop) soll in 8–10 OZ Wasser (= 235–295 ml) aufgelöst werden. Erster Eindruck nach dem Shaken: Das Pulver löst sich gut auf und hinterlässt keine Rückstände auf dem Boden des Shakers. Zwar entsteht beim Schütteln viel Schaum, aber dieser fällt rasch wieder in sich zusammen. Der Geschmack ist – nun ja, akzeptabel. Da von der Portionsmenge (14,5 g) nur 2 g auf geschmacksgebende Zutaten wie Maltodextrin, Zitronensäure usw. entfallen, darf man kein kulinarisches Erlebnis erwarten. Die vorherrschende Geschmacksrichtung ist „bitter“, bedingt durch den hohen Citrullingehalt. Das Fruit-Punch-Aroma macht sich erst im Abgang bemerkbar. Die Süßstoffe kommen eindeutig zu wenig zum Tragen, aber das ist bei anderen Boostern auch nicht viel besser. Angesichts der Dosierungsverhältnisse geht der Geschmack in Ordnung.

Geschmack
Löslichkeit

Wirkung: etwas anders als erwartet

Eines vorweg: Kein Booster wirkt bei allen Konsumenten gleich, Wirkungsberichte sind deshalb immer subjektive Erfahrungsberichte. Der STIM JUNKY wurde bei uns von zwei Teammitgliedern getestet; die Empfindungen waren bei beiden ähnlich. Es wurde jeweils sofort mit der vollen Portionsgröße (1 Scoop = 14,5 g) gestartet.

🤓 Wachheit und Energie (9/10)

Die Wirkung setzt ca. 10 Minuten nach der Einnahme ein. Sie beginnt mit einem leichten „Ziehen“ im Gesicht – bedingt wohl durch den verstärkten Blutfluss – und einem Stimmungsaufschwung, zu dem sich kurz darauf ein
massiver Energieschub und Bewegungsdrang gesellen. Die Herzschlagrate steigt, die Lust auf körperliche Anstrengung auch. Im Training sind in den Arbeitssätzen plötzlich 2 bis 3 Wiederholungen mehr möglich, weil sich das Gewicht um mindestens 10 Prozent leichter anfühlt.

🤯 Fokus und Drive (7/10)

Im Prinzip kann der STIM JUNKY auch in Sachen Fokus und Drive überzeugen: Man wird leicht euphorisch und ist klar fokussiert. Wer indes auf den totalen Tunnelblick steht, wird nicht so recht bedient. Zu keiner Zeit hat man das Gefühl, völlig aufgedreht und von der Welt um einen herum „entkoppelt“ zu sein. Der Drive ist aber da.

💪 Pump und Vaskularität (7/10)

Echte Stim-Booster-Junkies wissen, dass die Pumpförderung nicht zu den Stärken von Hardcore-Boostern zählt –und der STIM JUNKY ist da keine Ausnahme. Trotz der großen Citrullin- und Agmatinmengen stellt sich nicht das Gefühl des Bis-zum-Bersten-Aufgepumptseins ein. Die Vaskularität, also die Sichtbarkeit der Adern, erhöht sich aber merklich. Auch nicht schlecht! So besteht jedenfalls nicht die Gefahr von Blutfluss-Kopfschmerzen.

😈 Performance und Erschöpfung (8/10)

Wie eingangs schon erwähnt, erhöht sich die Performance im Training nach dem Konsum von STIM JUNKY signifikant. Man kann eine gute Stunde lang Vollgas geben; das Schmerz- und Ermüdungsempfinden wird
unterdrückt. Achtung: Dadurch besteht die Gefahr, dass man es im Training übertreibt. Man muss nicht in jedem Satz bis ans Limit gehen.

☠️ Wirkungsende und Nebenwirkungen (8/10)

Nach spätestens anderthalb Stunden ist der Spaß vorbei. Anders als bei vielen anderen Hardcore-Boostern findet aber kein Stimmungs-„Crash“ statt; stattdessen spürt man das Aufkommen einer gewissen Trägheit. Diese
Trägheit geht mit Appetitlosigkeit einher. Dafür bekommt man Durst. Halb so schlimm. Wer es im Training nicht zu toll getrieben hat, braucht jedenfalls nicht zu befürchten, bei nachlassender STIM-JUNKY-Wirkung aus den
Latschen zu kippen. Unangenehme Nebenwirkungen, wie sie bei vielen Hardcore-Boostern zum Spiel gehören – etwa starkes Schwitzen oder ein ausgetrockneter Mund –, bleiben aus (zumindest bei uns war das so). Was
seltsamerweise ebenfalls ausbleibt, ist das klassische Beta-Alanin-Kribbeln, das man normalerweise während der Wirkungsdauer von BA-haltigen Boostern hat.

Preis-Leistungs-Verhältnis: angemessen

Der Preis von 54,95 € für die Dose entspricht bei 30 Portionen einem Portionspreis von rund 1,83 €. Damit ist STIM JUNKY im höherpreisigen Segment angesiedelt. Die Wirkstoffmenge, die man dafür bekommt, passt zu diesem Preis. Wem allerdings in erster Linie an einer starken Stimulationswirkung und an einem regelrechten Laserfokus gelegen ist, der bekommt für das Geld auch wirksamere Booster.

Over-all-Fazit

Jeder Booster hat Stärken und Schwächen. Die Stärke des STIM JUNKYs ist seine gute Allgemein-Performance und seine Verträglichkeit. Seine Schwäche ist, dass er in keinem Bereich hervorsticht: Der Pump ist gut, aber nicht sehr gut. Die Fokusverschärfung ist da, aber einen Tunnelblick-Effekt gibt’s nicht. Der Energieschub kommt, aber er dauert nicht übermäßig lange an. Immerhin: STIM JUNKY dürfte niemandem den Schlaf rauben – auch denen nicht, die erst am Abend trainieren. Nach dem Abklingen der Wirkung kommt man einfach wieder „runter“, das Einschlafen ist nicht gefährdet.

HINWEIS: Der Konsum von stimulierenden Substanzen wie DMAA gilt laut WADA-Liste als Doping und kann bei einer Dopingkontrolle zu einem positiven Testergebnis führen. Wie gut und wie lange solche Substanzen nachweisbar sind, lässt sich aufgrund der sich ständig ändernden Nachweismethoden nicht exakt vorhersagen. Unter Umständen kann der Konsum von Stimulanzien noch lange nach dem Abklingen der Wirkung – sogar noch Wochen später – nachgewiesen werden und ggf. eine Wettkampfsperre nach sich ziehen

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Freedom Formulations – STIM JUNKY 2.0

Auf einem Blick...
7.8
Unsere Bewertung
GOOD
  • Hohe Wirkstoffmengen pro Portion
  • Schneller Wirkungseintritt
  • Starker Energieschub
  • Keine unangenehmen Nebenwirkungen
  • Kein „Crash“ beim Abklingen der Wirkung
BAD
  • keine echte „Hardcore“-StimWirkung
  • Gewöhnungsbedürftiger Geschmack mit ausgeprägter Bitternote
  • Relativ hoher Preis
Wachheit und Energie9
Fokus und Drive7
Pump und Vaskularität7
Performance und Erschöpfung8
Wirkungsende und Nebenwirkungen8

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